Allianz Pro Tempolimit fordert Deutschland zum Handeln auf
Die “Allianz Pro Tempolimit – Für Verkehrssicherheit und Klimaschutz” ist ein Bündnis von Organisationen und Verbänden, das für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen eintritt. Sie wurde im November 2007 gegründet. Diese Allianz Pro Tempolimit geht davon aus, dass die EU ab dem Jahr ab 2010 ihren Druck für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen erhöht.
In einer gemeinsamen Presseerklärung vom 26.08.2008 prognostiziert die Allianz Pro Tempolimit, dass der deutsche Sonderweg unbegrenzter Raserei auf Autobahnen bald beendet sei. Die EU-Kommission werde ab 2010 die “Initiative zur Harmonisierung der Höchstgeschwindigkeiten auf Europas Straßen ergreifen”. Zur Begründung führt sie an, dass die die EU-Kommission sich das Ziel gesteckt habe, die Zahl der Verkehrstoten in allen Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2010 gegenüber 2000 zu halbieren. Außerdem werde sich die EU den Klimaschutznotwendigkeiten stellen.
Die Allianz Pro Tempolimit kündigte an, alle Parteien im Bundestagswahlkampf 2009 mit dem Thema Tempolimit, Klimaschutz und Verkehrssicherheit zu konfrontieren.
Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erklärte, dass trotz der in den letzten Jahren gesunkenen Zahl im Straßenverkehr getöteter Menschen “die von der EU bis 2010 geforderte Halbierung der Opferzahlen ohne eine konsequente Geschwindigkeitsbegrenzung auf allen Straßen pure Illusion” bliebe. Er beziffert die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2000 mit 7.487. Im Jahr 2007 habe sie aber immer noch bei 4.970 gelegen. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen müsse jedoch bereits in zwei Jahren unter die Grenze von 3.750 sinken, um das von der EU gesetzte Ziel zu erreichen. In der Bevölkerung sei nun auch eine Mehrheit für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die DUH vertritt in der Presseerklärung die Ansicht, solange Deutschland als einziges EU-Land auf ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen verzichte, werde die Bundesregierung, sei sie zusammengesetzt wie sie wolle, nicht nachweisen können, alles Erdenkliche für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger getan zu haben. “Der EU wird unter diesen Umständen gar nichts anderes übrig bleiben, als gegen Deutschland vorzugehen”, so der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe weiter. Die deutsche Autoindustrie müsse dies erkennen und im eigenen Interesse Autos herstellen, die „einen zivilen Umgang miteinander ermöglichen und die die Welt ökologisch verkraftet”.
Vor kurzem noch hatte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee eine nationale Kampagne “Runter vom Gas!” ins Leben gerufen.
Polizeidirektor Martin Mönnighoff von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster erklärte, diese Kampagne sei “halbherzig und nicht zu Ende gedacht”, solange der Verkehrsminister sich der entscheidenden Frage von Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht stelle. Seine eigene Partei, die SPD hatte sich beim Parteitag in Hamburg Ende letzten Jahres mehrheitlich für ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen Deutschlands ausgesprochen. So ergebe die Analyse der Verkehrsopferzahlen des Jahres 2007 , dass “zu hohe Geschwindigkeiten auf allen Straßen das mit Abstand größte Verkehrssicherheitsproblem in Deutschland darstellen” – dies seien keine neuen Erkenntnisse. Der Polizeidirektor warf dem Verkehrsminister vor, sich den Tatsachen zu verschließen: Ein Tempolimit auf Autobahnen sei das Mittel, die großen gegebenen Geschwindigkeitsdifferenzen zu verkleinern und gleichzeitig das Verkehrsklima insgesamt zu entspannen. “Die Erfahrung zeigt: Wer auf Autobahnen rasen darf, hält sich auch auf Landstraßen an keine Geschwindigkeitsbegrenzung”, so Mönnighoff.
Zur Erinnerung: Auf deutschen Autobahnen kommen wegen überhöhter Geschwindigkeit jedes Jahr immer noch über 300 Menschen ums Leben, davon mehr als 200 auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit. Dies stellte der verkehrspolitische Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Gerd Lottsiepen, noch einmal heraus. Weiter sei es auch so, dass die grenzenlose Raserei auf kaum einem Promille des weltweiten Straßennetzes nicht nur Sofortopfer fordere. Eine unmittelbare Folge des Tempowahns sei es auch, dass in Deutschland (neben Schweden) die europaweit klimaschädlichsten Pkw gebaut und in alle Welt verkauft würden. Die steigere die fortschreitende Klimaerwärmung nicht unerheblich. Werte man die vorliegenden Daten aus, so würde eine Reduzierung des generellen Tempos auf Autobahnen auf 120 km/h eine kostenfreie CO2-Minderung von rund 3,4 Millionen Tonnen pro Jahr zur Folge haben. Das sei – will man einmal vergleichen - der CO2-Last, die der gesamte Busverkehr in Deutschland hervorbringe.
Lottsiepen sagte, es sei ein Skandal, dass die zuständigen Bundesminister bisher keinen einzigen neuen Forschungsauftrag zu den Effekten von Tempolimits vergeben hätten. Er erklärte, dass Verkehrsminister Tiefensee sich weigere, die derzeit auf den Autobahnen tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten zu messen und niederzulegen und zu veröffentlichen. Aus diesen Daten würde das Umweltbundesamt jedoch wenigstens die Umweltfolgen der Raserei ermitteln können.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vertritt inzwischen den Tempolimit-Beschluss seiner Partei auch in der Öffentlichkeit. Er forderte die “Allianz pro Tempolimit” auf, den “Umwelteffekt einer Geschwindigkeitsbegrenzung nicht länger klein zu reden”. In den Spritspartipps des Volkswagenkonzerns sei nachzuschlagen, dass ein Tempo von 130 km pro Stunde im Vergleich zu einer Geschwindigkeit von 150 km pro Stunde zwei Liter Kraftstoff pro hundert Kilometer einspart. Das ist umgerechnet eine Ersparnis von ca. 50 g CO2 pro gefahrenen Kilometer.
Tags: Allianz Pro Tempolimit, Bundesumweltminister, Deutsche Umwelthilfe, DUH, Klimaschutz, VCD, Verkehrsclub Deutschland, Verkehrssicherheit, Verkehrstote
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 27. März 2008 um 18:28 Uhr veröffentlicht und wurde unter Tempolimit abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.Bitte Bookmarken:





Am 11. August 2008 um 15:29 Uhr
Wieviele dumme Deutsche es gibt, beweist die stattliche Schar der Tempolimitbefürworter Tag für Tag aufs neue.
Diese Leute sind meist Rentner, Beamte und Hartz IV-Empfänger, die sehr viel Zeit haben und sich von dem produktiven Teil der Gesellschaft, der auf schnelles Reisen angewiesen ist, füttern läßt. Kein Wunder, daß diese meistens die Melonenpartei oder die SPD wählen, diese Parteien der Arbeitsscheuen und der Neider.
Manche Leute können auch einfach nicht schneller fahren, sehen aber nicht ein, daß sie nicht aufgrund eigener Inkompetenz von sich auf andere schließen können. Es gibt sehr wohl bessere und schlechtere Fahrer, eine Nivellierung nach unten ist jedoch keine Lösung