Antarktis schmilzt
In der Antarktis ist eine riesige Eisfläche, die etwa sieben Mal so groß wie Manhattan ist, vom Schelfeis abgebrochen. Die Platte hat nach Angaben des US-Eis- und Schneedatenzentrums NSIDC eine Größe von 41 mal 2,5 Kilometern. Das Stück habe sich bereits am 28.02.2008 von der Südwestseite des Wilkins-Schelfeises gelöst. In der Folge sei eine Eisfläche von 405 Quadratkilometern auseinandergebrochen. Insgesamt haben sich damit rund 500 Quadratkilometer Eis abgelöst - das entspricht etwa dem doppelten der Fläche der Stadt Frankfurt am Main.
Der britische Wissenschaftler David Vaughan sieht die Ursache des Eiszerfalls in der weltweiten Klimaerwärmung. In den vergangenen 50 Jahren habe in der Antarktis mit durchschnittlich einem halben Grad alle 10 Jahre der stärkste Temperaturanstieg weltweit stattgefunden. Zwar komme es häufig vor, dass Eisberge abbrechen, doch so große Zusammenbrüche wie der jetzige am Wilkins-Schelfeis seien sehr selten, erklärte der Wissenschaftler. Satellitenkameras wurden auf das Wilkins Eisfeld gerichtet und auch ein Flugzeug wurde entsandt, um Aufnahmen zu machen. Der Rest des Wilkins Eisfelds wird nun nur noch von einer dünnen Eisschicht zusammengehalten. Die Forscher sorgen sich nun, dass auch der Rest des Wilkins Eisfeldes zusammenbrechen könne. Vaughan hatte ursprünglich berechnet, dass das Wilkins-Eisfeld erst in 15 Jahren auseinander brechen würde.
Das jetzt abgespaltene Eisstück mache zwar nur 4 Prozent der gesamten Wilkins Eisfläche aus. Es handele sich aber um einen sehr wichtigen Teil, so dass der Abbruch ein weiteres Auseinanderfallen zur Folge haben könne. Bis nächstes Jahr jedoch dürfte das Schelfeis überleben, da nun der Antarktische Sommer ende und kälteres Wetter einsetze.
Der deutsche Polarexperte Arved Fuchs erklärte, dass schmelzendes Eis in der Antarktis den Bestand von Pinguinen und Walen gefährde. “Wale und Pinguine ernähren sich von Krill. Wenn das Eis schmilzt, gibt es weniger Algen, die unter dem Eis wachsen und damit auch weniger Krill”, so Arved Fuchs Krill sind Kleinkrebse.
Tags: Algen, Antarktis, Arved Fuchs, Eisfläche, Klimaerwärmung, Klimawandel, Krill, Pinguine, Schelfeis, Wale
Der Beitrag wurde am Freitag, den 28. März 2008 um 09:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter Klimawandel abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.Bitte Bookmarken:




